Funk Rhythmen wie bei: „Give It Away“ von „Red Hot Chili Peppers“

Lerne Funkrhythmen zu spielen

Funk Rhythmen kommen sehr häufig vor auch in anderen Musicstyles. So finden sich häufig Funkrhythmen in Rockmusik, Dance, Soul und selbst in Balladen. Sowieso sind viele Styles von den Merkmalen heute kaum noch unterscheidbar. Sie werden fleißig miteinander vermischt, was zwecks des kreativen Potentials ja auch ganz wunderbar ist. Nichts desto trotz ist es natürlich aber sinnvoll, auch hier und da mal die Rhythmen in reiner Form zu üben – falls man das bei Red Hot Chili Peppers überhaupt so sagen kann, denn diese Gruppe ist keine reine Funkband. Was ist sie dann? Mmh, ich würde sagen: Crossoverfunk – oder Rockfunk – oder Punkfunk… selbst bei der Namensfindung sind der Kreativität kaum noch Grenzen gesetzt…

Hier zuerst einmal ein Funkrhythmus, wie er zum Beispiel auch im Song: „Give It Away“ genutzt wird.

Jeder Song hat einen Aufbau. Der Song: „Give It Away“ von: „Red Hot Chili Peppers“ hat folgenden Aufbau:

Der Drummer spielt einen Auftakt

– dann folgt:

  • Intro: 4 Takte
  • Verse 1: 12 Takte
  • Chorus 1: 4 Takte
  • Verse 2: 12 Takte
  • Chorus 2: 8 Takte
  • Solo: 8 Takte
  • Verse 3: 12 Takte
  • Chorus 3: 4 Takte
  • Solo 2: 4 Takte
  • Verse 4: 12 Takte
  • Chorus 4: 4 Takte
  • Chorus Variation: 20 Takte ( 5 mal 4 Takte)
  • Outro: 2 Takte

Groove – Give It Away

Wie Du siehst, hat der Groove mehrere Elemente, die ich hier einmal einzeln darstelle:

Das erste Element der ersten Viertel

Du siehst unten einen Sechzehntel Figur. Wenn Du mal alle möglichen Figuren studieren möchtest, empfehle ich Dir das Buch: „Die Große Groove Schule 2„. Dort kannst Du viele Grooves zu diesem Thema lernen, auch die Elemente, die hier beschrieben sind. Der Groove nennt sich: „Achtel Funk“, weil die Hi Hat in Achtel Noten geführt wird, die Snare und Bassdrum aber Sechzehntel Funkrhythmen spielen.

Sollte dieses erste Element nun schon schwierig sein, ist das kein Grund zu verzweifeln, sondern nur ein Grund zu üben! In dem Buch: „Die Große Groove Schule 2“ wird das dann in einzelnen Elementen so gemacht:

Du siehst, dass dieser Groove dort vorkommt. Er ist die 3. Sechzehntel Figur. Diese Figur wird nun auf alle Viertel Noten platziert und trainiert.

Dann wird er gedoppelt und wieder nach und nach auf alle Positionen trainiert. Danach wird das mit 3 Figuren im Takt gemacht und zum Schluss der Figur auf allen 4 Viertel Noten.
Wenn Du einmal einen Blick in das Buch werfen möchtest, kannst Du das hier tun: „Die Große Groove Schule 2

Weiter im Song: „Give It Away“

Wir sehen hier die „Add On“ Methode beim Lernen eines Grooves. „Add On“ bedeutet: Hinzufügen – Hinzuaddieren. Man beginnt mit der ersten Viertel und lässt nur das Ostinato der Hi Hat durchgehen, die ja eine durchlaufende Achtel Figur ist.

Je nach Vorkenntnisse kann ich auch gleich die recht einfache 2. Achtelfigur mit dazu nehmen – muss aber zu Anfang nicht.

Nun kommt die 3. Viertel in’s Spiel. Es liegt nahe, die Snare auf der Vier gleich mitzuspielen – aber auch hier kannst Du sie erst weglassen, wenn es Dir leichter fällt.

Die 3. Figur ist ein Thema für sich. Auch diese Figur wird in der „Die Große Groove Schule 2“ sehr gut einzeln trainiert. Wenn Du noch Schwierigkeiten mit den Sechzehntel Grooves hast, solltest du Dir unbedingt dieses Buch zulegen! Das Training mit diesem Buch ist sehr einfach und effektiv und macht dich innerhalb kürzester Zeit fit für das Thema!

Zum Schluss musst nur noch die letzte Viertel hinzufügen und schon hast du den kompletten Groove fertig und kannst ihn nun eigentlich gut spielen. Die Ausdauer und die Feinheit der Bewegung ist natürlich noch eine Sache für sich. Aber auch dies trainierst Du mit: „Die Große Groove Schule 2“ sehr gut, da die Figuren ausgiebigst behandelt werden und das Buch so konzipiert ist, dass es sowohl die Aspekte der Grooves, als auch die Aspekte der Ausdauer mit behandelt.

Zwei Arten einen Groove zu trainieren

  1. Die Add On Methode
  2. Das langsame üben

Die erste Methode hast Du nun grad gelernt. Füge einfach nach und nach eine Viertel oder wenn der Rhythmus wirklich schwer ist, auch nur einen einzigen Schlag hinzu, bis Du den gesamten Groove beherrscht.
Vorteil: Du kannst den Groove eigentlich gleich im original Tempo einüben.
Nachteil: Du musst wissen (lernen) wie man den Groove gut in seine Einzelteile zerteilt. Dein Schlagzeuglehrer hilft Dir dabei.

Die zweite Methode sagt, übe den Takt ganz langsam ein. So langsam, dass Du ihn richtig spielen kannst. Werde dann allmählich immer schneller.
Vorteil: Du kannst den Groove gleich von Anfang an voll erfassen und spielen.
Nachteil: Das „immer schneller werden“ ist ein häufiges Problem von Drummer und rührt bestimmt auch einen Großteil daher, dass die meisten Drummer die zweite Methode üben. Wenn Du häufig immer schneller werdend übst, kannst Du das vielleicht auch auf dem nächsten Gig nicht unbedingt unterbinden. Sobald Du dann warm wirst, und alles richtig gut läuft, wirst Du automatisch immer schneller. Aber auch dem kannst Du gut entgegenwirken. Übe mit Metronom! Stoppe einfach, wenn Du in einem Tempo den Groove beherrscht, stelle dein Metronom etwas höher und beginne dann wieder! Damit übst Du auch gleich, den Rhythmus sofort richtig starten zu können, denn auch das will gelernt sein.

Regel für beide Methoden: Übe immer richtig – also vermeide Fehler! Denn leider unterscheidet unser Hirn gut und schlecht – richtig oder falsch nicht. Das heißt, was Du häufig wiederholst, kannst Du gut (wir haben uns unsere schlechten Angewohnheiten meist auch sehr gut antrainiert…)

So verfährst Du nun mit allen Grooves von dem Song!

Zum Beispiel auch beim letzten Takt des Refrain vom Song (auch Chorus genannt).
Der Groove vom letzten Takt samt seinem Aufbau in der „Add On Methode“ im Refrain geht dann so:

„Give It Away“ in der Übersicht:

Das Tempo von: „Give It Away ist: 91 ppm (beats per minute)

Das Intro ist 4 Takt plus einem Auftakt des Drummers.

Die Verse 1 ist  12 Takte lang.

Dann kommt der erste Refrain (Chorus) über 4 Takte.

Der 2. Verse ist wieder 12 Takte lang.

Der 2. Chorus ist nun 8 Takte lang.

Es folgt das erste Solo mit 4 Takten.

Verse 3 ist nun nun wieder 12 Takte.

Der 3. Refrain wie der 1. Refrain wieder 4 Takte.

Das 2. Solo ist wie das 1. Solo wieder 4 Takte.

Verse 4 12 Takte.

Refrain 4 ist wieder 4 Takte lang.

Zum Schluss wird der Chorus immer wiederholt. Ich nenne sie Variationen, weil es nicht nur eine bloße Wiederholung des Chorus ist. Eigentlich sind es 5 mal die 4 Takte in Variation – also zusammen 20 Takte.

Das Ending ist nun 2 Takte und endet mit einem markanten Drumfill.