Schlagzeug Noten

Schlagzeugnoten unterscheiden sich prinzipiell kaum von den Noten anderer Instrumente. Lediglich der Unterschied, dass die Tonhöhen nicht nach dem Notenalphabet: c d e f g a b c (im Deutschen heißt das b: „h“), sondern nach den Instrumenten am Schlagzeug-Set definiert sind, zeichnet die Schlagzeugnoten aus. Im Englischen werden Schlagzeugnoten auch häufig Drumscores genannt. Aber auch Drumnotation lässt sich auffinden.

shape_pic-1-5In der obersten Reihe vom Notenbild siehst Du eine einzige Notenlinie mit einem beliebigen Schlaginstrument. Die beiden Striche am Anfang zeigen den Percussionschlüssel. Darunter siehst Du ein normales System, bestehend aus 5 Linien. Auch hier der Percussionschlüssel. Du findest hier eine Standartnotierung vom Schlagzeug (Drumset). Im Grunde ist das eine System aus 5 Einzellinien. Denn in der Percussionnotation gibt es keine Tonleitern. Die Verwendung eine Standartnotensystems ist einfach nur praktisch.
Die beiden Systeme darunter zeigen die Standardschlüssel: Violinschlüssel und Bassschlüssel. Die dunkelroten Noten kennzeichnen diejenigen Noten, die vom jeweiligen Schlüssel angezeigt werden.

Der auffälligste Unterschied zu den Standartnoten liegt auf dem ersten Blick in den Kreuzen. Sie kommen auch in der Standartnotation vor – als Noten mit unbekannter Tonhöhe oder als gemutete (gestoppte) Noten, z.B. auf der Gitarre oder dem Bass.
Hier kennzeichnen sie die Blechinstrumente – also Becken und Hi Hat.

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Beispiel: Hi Hat

 

Aber auch spezielle Trommelsounds können durch Kreuze dargestellt werden, wie z.B. Click auf der Snare.

shape_pic-6-11 Beispielt: Side Stick (Cross Stick)

Die normalen Noten, die auch jeder andere Instrumentalist an seinen Tonhöhen erkennt, sind
beim Drumset meist die Trommeln. Damit gemeint ist: Bass Drum (BD) Snare Drum (SD) Tom 1 (T1), Tom 2 (T2) Tom 3 (T3). Die Toms haben auch andere Bezeichnungen, die ich allerdings nicht bevorzuge: Kleine Hängetom, Mittlere Hängetom, Standtom. Der Grund: Die Standtom hängt an einigen Drumsets auch. Außerdem haben einige Schlagzeuge viel mehr Toms, weshalb die Definition damit sehr kompliziert wird. Aus diesem Grunde nummeriere ich die Toms einfach.

shape_pic-7-13 Beispielt: Standarttrommeln am Set.

Die Tonhöhen, welche hier abgebildet sind: f, c, e, d, a, (von links nach rechts) sagen nichts über die Tonhöhen aus, die tatsächlich erklingen. Die erklingenden Tonhöhen sind allein Abhängig vom Geschmack des Drummers, also davon, wie der das Set stimmt. Nur die relativen Höhen sind als Orientierung dienlich. Die Bass Drum (BD) ist tatsächlich die tiefste Trommel. Snare hebt sich ab, steht einfach  nur in der Mitte (erklingt oft höher als alle Toms) Aber die Reihenfolge der Toms ergibt wieder einen Sinn darin, dass Tom 1 die höchste und Tom 3 die tiefste Tom ist.

Das akkustische Drumset besticht vor allem durch seine Klangvielfalt. So können für unterschiedlichste Klänge auch unterschiedlichste Notenköpfe gewählt werden. Wir sprechen in diesem Workshop nur über die Standardnotationen.
Neben der Snare ist hier auch die Hi Hat ein auffälliges Instrument, denn auch sie verfügt über mehrere Spielmöglichkeiten, von denen einige zur Standartnotation zählen.

shape_pic-8-17 Beispielt:Hi Hat geschlossen mit dem Stock gespielt.

shape_pic-9-19 Beispielt:Hi Hat geöffnet mit dem Stock gespielt. (Auf „und“ geöffnet, sehr beliebt bei Tecno und Dancefloor)

shape_pic-10-20 Beispielt:Hi Hat leicht geöffnet mit dem Stock gespielt. (Dadurch zischelt der Klang sehr schön. Beliebt im Hard Rock)

shape_pic-11-21 Beispielt: Hi Hat mit dem Pedal getreten. (Sehr beliebt, wenn ein Ride statt einer Hi Hat gespielt wird z.B. im Swing auf 2 und 4 oder im Latin)

Es gibt noch mehr Möglichkeiten der Soundgestaltung und damit zusammenhängende Möglichkeiten der Notation. Z.B. kann man die Hi Hat auf der Kuppe schlagen, auf der Kuppe geöffnet schlagen. Mit dem Stickschaft oder der Stockspitze. man kann die Hi Hat sogar mit einer Hand festhalten und mit der anderen spielen und und und. Im Prinzip hat der Notist nun die Möglichkeit, entweder mit einem Text auf die gewünschte Spielweise hinzudeuten oder andere Notenköpfe zu nutzen. Die Bedeutung der Notenköpfe sollte dann in einer Symbolerklärung (Legende) erwähnt sein.