E-Drums Trittschall

 

 Das Problem mit dem Trittschall

Da kauft man sich ein E-Drumset und denkt, nun sind alle Probleme damit gelöst und man kann noch schön Abends um 21:00 sein Schlagzeugspiel verbessern. Fein… so schön mit Meshheads, kann nichts schiefgehen. Doch dann wundert man sich, dass ständig die Nachbarn klingeln und sagen, das wäre doch etwas zu laut?

Was tun?

Wo liegt das Problem? Das doch relativ leise Geklapper auf den Gummiteilen kann es doch wohl nicht sein oder? Und erst die teuren Mesh Heads, die können es doch erst recht nichts sein! Oder etwa doch?

Doch!

Denn das Problem liegt gar nicht darin, welches Geräusch die Pads beim spielen erzeugen, da reicht es in der Regel schon aus, wenn man die Tür zum nächsten Raum zu macht und fertig. Das Problem liegt in der Vibration, die durch das Gestänge in den Boden geht, sich über die Wände in die anderen Räume und sogar Wohnungen fleißig ausbreitet. Der ganze Raum wird plötzlich sogar zum eigenständigen Resonanzkörper und verstärkt die anfänglichen leisen Geräusche sogar noch in eine für die Anderen unangenehmes Wummern und Klopfen, so als ob jemand mit den Fäusten gegen die Wände trommelt. Das ist schon echt anstrengend.

Die Lösung

Da gibt es nun verschiedene Ansätze und ich lade dich dazu ein, sie einfach mal zu probieren. Der wichtigste Grundsatz ist: “Das E-Drum muss vom Boden weg!” Man nennt das: “Entkoppeln”. Wenn der direkte Kontakt zum Boden fehlt, ist das Problem gelöst. Für alle, die ein eigenes Haus ihr Eigen nennen, ist das Problem sehr leicht und kostengünstig: “Stellt das Set einfach in’s Erdgeschoss – fertig”
Tatsächlich, der Boden im Erdgeschoss leitet die Energie in die Erde und das Problem ist nicht mehr so stark. Aber für alle, die nun einmal nicht die Wahl haben, weil sie in einer Wohnung üben möchten, die nicht im Erdgeschoss ist, gibt es auch gute Lösungen. Oder für Musikschulen, die den Schlagzeugraum entkoppeln möchten ebenfalls.

Das große Podest

Ist eine edle aber auch kostspielige und aufwändige Lösung. Dafür gibt es reichlich Anleitungen im Netz. Hier beschreibe ich aber einmal das Prinzip.
Mann nimmt eine Holzplatte, die möglichst fest ist. In der Fläche, die man für das Drumset einschließlich dem Hocker braucht. Wenn Du gern dein E-Set über einen Lautsprecher verstärkst, musst Du den Platz für diesen mit einberechnen, denn auch der schwingt in den Boden mit ein. Dann brauchst Du Trittschallplatten und darüber noch einmal eine Holzplatte – also Trittschallplatten zwischen den Holzplatten. Schon mal sehr gut – reicht aber oft nicht. Deshalb kauft man sich ausrangierte Tennisbälle dazu, schneidet sie in der Mitte durch und verteilt sie reichlich unter dem Podest. Auf dem Podest einen etwas dickeren Teppich –  Fertig.
Dies ist die wohl vollständigste Lösung.

Das kleinere Podest

Hierfür nimmst Du einfach entsprechende Trittschallplatten, die Holzfläche und einen guten Teppich oben drauf. Fertig. Nicht ganz so perfekt wie das große Podest aber hilft auch schon eine Menge.

Die Vibrationsdämmer

Kauf Dir für alle Füße deines Drumsets Vibrationsdämmer, die es für Waschmaschinen gibt. Unter jedem Fuß einen Dämmer – Fertig.

Update für die Pedale 2. Mai 2020

Ich wurde einige Male nach den Pedalen gefragt, wie ich das löse. Hier nun mein Bericht dazu:
Auch unter den Pedalen nutze ich die Vibrationsdämpfer. (Waschmaschinendämpfer). Beginnen wir einmal mit der Hi Hat.

Hi Hat Trittschall

Hi Hat Trittschalldämpfung

Für die Hi Hat habe ich 5 Schwingungsdämpfer genommen. Unter jedem Fuß einen und am Pedal vorn und hinten. Ich musste keine besonderen Maßnahmen ergreifen. Die Hi Hat steht sicher und stabil. Sie rutscht auch bei durchgetretenen Achtel Noten nicht weg. Wichtig ist, dass die Auflage überall gewährt ist. Vorn kann man die spitze Schraube etwas rausdrehen, damit sie sich im Dämpfer etwas hält. Für eine gute Auflage einfach die Schraube der Beine lösen und die Hi Hat kurz hochziehen, der vordere Teil schwebt nun. Dann drücke die Hat so weit nach unten, dass die Auflage gleichmäßig an allen Punkten steht.

Bass Drum Trittschall

Für die Bass Drum habe ich die gleich Lösung. Drei Dämpfer reichen hier vollkommen aus, da ich das BassPad ja ebenfalls schon auf Dämpfern gepackt habe.

Double Bass Trittschall

Beim zweiten Pedal muss man sich etwas einfallen lassen, einfach aus dem Grund, dass hier auf dem Pedal kaum Gewicht herrscht – vor allem, wenn man nicht mit aufgesetzter Ferse spielt. Hierfür habe ich gutes Klebeband an die Dämpfer geklebt. Ich habe da etwas romprobiert und man sollte nicht die billige Lösung wählen, denn ansonsten löst sich das Klett immer von den Gummidämpfern. Die Dämpfer sollten vorher gut gereinigt werden und trocken sein, wie immer beim Kleben. Ich habe mir Klebeband für Pedalboards besorgt, welches für Gitarristen zum ankletten ihrer Effektgeräte am Pedalboard genutzt wird. Da ich Gitarre spiele weiß ich, dass dieses Klebeband sehr gut klebt.

Etwas Bastelarbeit ist nötig, um die Dämpfer mit Klettband zu versorgen. Aber macht ja auch Spaß und ist für’n guten Zweck. Ganz wichtig ist nun, dass der Kleber Zeit braucht, um wirklich gut zu halten. Ich habe die Dämpfer deshalb mit samt dem Klett für einen Tag unter meine PA Speaker platziert und ruhen lassen. So stehen sie unter stetigem Druck und haben Zeit, dass der Kleber sich setzt. Die Problem bei der Belastung beim Pedal ist ja eher der Druck nach vorn. Das würde den Kleber abreißen, wenn er nicht ausreichend gesetzt ist.

Kleber eine Nacht unter Druck fixieren

Nun sollte auch das Pedal über Klett verfügen. Bei meinen Pedalen ist dies von Werk aus der Fall. Wenn das bei Dir nicht so ist, musst Du auch hier nachhelfen.

Klett unterm zweiten Bass-Pedal

Wie man sieht, habe ich einen zweiten Teppich auf den dicken Teppich gelegt, der nur dafür da ist, das Klett des Pedals zu halten. Es ist ein ganz billiger Teppich, die sind dafür Ideal. Es reicht ein Streifen, der so groß ist, dass die Pedale und die Snare drauf stehen. Dann hat er schon genug Halt.

Und hier siehst Du noch die Position der Dämpfer unter dem zweiten Pedal:

Nun steht auch das zweite Doublebass Pedal sicher und rutscht beim Spielen nicht mehr weg. Und auch hier ist der Trittschall erfolgreich minimiert. Für den Einsatz mit dem akustischen Set oder auf Bühnen, wo Trittschall überflüssig ist, lassen sich die Dämpfer nun einfach abziehen.

Dies ist meine Lösung für E-Drum Trittschall

Ich wohne in einer schönen Wohnung mitten in der Stadt. Es gibt 11 Parteien und ich möchte auch gern Abends mal um 22:00 Uhr noch etwas trommeln. Zuerst einmal muss ich sagen, dass meine Nachbarn recht locker sind aber ich möchte ihnen trotzdem nicht mit meinem Geklapper auf die Nerven gehen. Ich habe mich daher für die Vibrationsdämmer entschieden und meine Nachbarn direkt nach der Installation gefragt. Sie meinen, dass das nun überhaupt nicht mehr störend sei und alle sind glücklich.

Vibrationsdämmer statt Tennisbälle

Wenn Du nun aber feststellst, dass das für dich nicht die Ideallösung ist, dann beginne einfach mit den Vibrationsdämmern. Dann baust Du das kleine Podest und benutzt immer noch die Vibrationsdämmer unter den Füßen des Drumsets und wenn die Nachbarn nun immer noch mit den Ohren an den Wänden hängen, dann nimm einfach das große Podest – lass die Tennisbälle weg und schieb die Vibrationsdämmer unter das Podest. Wenn Du nun noch einen draufpacken willst, dann nimm noch einmal Vibrationsdämmer und leg sie unter die Füße des Sets.

Der Nachbar beschwert sich immer noch?

Kann nicht!
Aber manchmal gibt es so Leute…. die den ganzen Tag am offenen Fenster sitzen und Falschparker anzeigen…

Lass es nun drauf ankommen!

Nervt etwas aber ist wichtig. Du hast das Recht zu musizieren! Mindestens 2 Stunden täglich zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr und zwischen 15:00 Uhr und 22:00 Uhr. Sollte sich ein Mieter immer noch beschweren, dann lass doch eine unabhängige Person in der Wohnung des Nachbarn hören! Z.B. den Vermieter, einen Polizisten etc. Das Klopfen wird wahrscheinlich kaum wahrnehmbar sein und der Nachbar hat dies nun zu akzeptieren.

Bleibe aber immer Hilfsbereit und Freundlich!

Das Beste ist sowieso die Kommunikation – hat meine Erfahrung gezeigt. Ich spiele schon über 30 Jahre Schlagzeug. Erst einmal habe ich mich vorgestellt und den Nachbarn gesagt: “Ich bin Musiker” oder “Ich spiele Schlagzeug”.
Reaktion: “Oh ha – große Augen” Aber dann habe ich gesagt, ich tu alles, um niemanden auf die Nerven zu gehen. Ich halte mich an die Zeiten und dämm das Set so gut es geht ab. Falls es mal zu laut sein sollte, bitte einfach melden!
Das nimmt schon mal viel Stress.

Und wenn man dem unbelehrbarem Nachbarn freundlich anbietet, mal einen Polizisten zu bestellen, der freundlicherweise einmal hört, winkten bis jetzt alle ab und hatten plötzlich nichts mehr gegen das fleißige üben, denn es ist ja schon etwas peinlich, von Amts wegen bestätigt zu bekommen, dass man nur ein notorischer Nörgler ist 😀

Ich hoffe euch gefällt dieser Workshop und er hilf euch dabei, eine motivierende Übungsatmosphäre zu schaffen! Untern findest Du noch einmal den Link zu den Vibrationsdämpfern, die ich benutze.

Let’s drumming!